Die Bewertung von Wohnungsmängeln im Mietrecht

Wohnmängelbewertung: Die Bewertung verschiedener Wohnungsmängel im Mietrecht

Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit es gibt hunderte von Urteilen zur Bewertung einzelner Wohnungsmängel im Mietrecht. Die Liste liefert ihnen mit etwa 55 ausgesuchten Gerichtsurteilen zum Mietrecht (wird laufend ergänzt) aber gute Anhalts- und Kontrollwerte. Das LG Braunschweig schrieb den folgenden Satz in seinen Urteilsbegründung, den man als Mieter beachten sollte: „erfahrungsgemäß neigen Mieter bei der Schilderung von Mängeln zur Übertreibung (medizinisch: Aggravation), so daß bei der Raterteilung eine verläßliche Grundlage fehlt. Eine unabhängige Besichtigung durch einen Berater ist zwingend erforderlich“. LG Braunschweig 6. Zivilkammer, Urteil vom 18. Januar 2000, Az: 6 S 578/99; ZMR 2000, 222-223. Andererseits darf nicht übersehen werden, dass die Mietminderung ihren Zweck – den Vermieter zur Behebung der Mängel – nur gerecht werden kann, wenn die Minderung spürbar ist. Die Akzeptanz einer Mietminderung sollte für den Vermieter daher nicht wirtschaftlich günstiger sein, als die Beseitigung des Mangels.

Gehen Sie wie folgt vor

Schritt 1: Prüfen Sie zunächst ob die Voraussetzungen für eine Minderung gegeben sind >>>Minderung

Schritt 2 : Dann berechnen Sie selbst mit unserem Online-Rechenprogramm nach der juristisch anerkannten Methode der Nutzwertanalyse die mögliche Minderung in ihrem Fall. >>> Minderungsrechner

Schritt 3 : Zuletzt machen Sie dann die Gegenprobe und schauen nach, ob sie in der Tabelle einen ähnlichen Fall finden. Wenn nicht – können Sie jederzeit eine Anfrage an unseren Leserservice machen.

Unerhebliche Mängel sind:

Folgende Mängel sind mietrechtlich (im Einzelfall) unerheblich und berechtigen nicht zur Mietminderung: LG Berlin 63. Zivilkammer, Urteil vom 15. März 2002, Az: 63 S 54/00 Quelle: MM 2002, 225-227

a) schadhafte Stufen im Hausflur,
b) fehlender Kokosläufer im Treppenhaus,
c) teilweise abgeplatzte Farbe im Treppenhaus,
d) fehlendes Schloß am Müllplatz,
e) glatte Hauseingangsstufe bei Frost,
f) klemmendes Haustürschloß,
g) Ausfall der Hausnummernbeleuchtung,
h) Regenwasserpfützen im Kellergang.

MietmangelDetails (Links)Urteil und FundstelleHöheAnmerkung
AufzugAG Bremen
WuM 87, 383
7,5%abhängig von der Höhe der Whg (welches Stockwerk)
Antenne (Gemeinschaftsanlage)LG Berlin,
Az: 64 S 189/94
1 %Defekt
BalkonBalkonAG Berlin
MM 1986 Nr 9,27
AG Bonn Az 5 C 175/85

AG Köln Az: 212 C 124/98

3 %

15 %

4 %

Nicht nutzbar
Nicht nutzbar wg. streunender Katzen
Balkon wird durch Aufstockung einsehbar
BadewanneBadenAG Goslar
WuM 1974, 53
20 %Nicht nutzbar (Defekt)
Biergarten – Lärm bis 23 UhrAG Rudolstadt
WuM 2000, 19-21
10 %Nur im August
Bordell im HausAG Charlotteng
MM 1988, S. 367
AG Regensbg,
Az. 3 C 1121/90
LG Berlin
Az: 64 S 84/95
LG Berlin
Az: 64 S 84/95
30 %
22 %
10 %
30 %

Ohne konkrete Belästigungen
Bei konkreten Belästigungen

BriefkastenAG Hamburg WM 1976,53
AG Mainz Az 8 C 98/96
3 %
1 %
funktionsunfähig
Container (Glas-Recycling)ContainerLG Berlin
GE 95, 427 und
AG Rudolstadt WuM 2000, 19-21
10 %Lärm durch Einwurf von Glas
Chemische Reinigung im EGChemieNJW-RR 90, 97250 %für die Dauer der Beeinträchtigung
DachgeschoßausbauLG Berlin,
Urteil v. 15. 03.2002 -63 S 54/00
20 %während der Bauzeit
Dusche defektDuscheAG Groß Gerau Az 21 C 1336/7833 %Einzig vorhandene Duschmöglichkeit
Durchlauferhitzer defektBoilerLG Berlin, Az: 64 S 189/943 %
DiskothekenlärmAG Köln, Az. 155 C 5035/7730 %
BaulärmBaulärmAG Darmstadt
WuM 84, 245
AG Weißwasser
WuM 1994 / 601
AG Hamburg
WuM 87, 272
LG Hamburg,
Az. 307 S 135/95
25 %

50 %

60 %

80 %

Ausgehend von Neubaugebiet

Umfangreiche Sanierung i.Hs

Bauarbeiten im DG über Whng

Dachgeschossausbau im Haus

BaustelleLG Berlin,
Az: 64 S 108/01
10%Ständig in die Whg eindringender Sand von einer nahe gelegenen Baustelle
BaugerüstAG Hamburg,
Az: 38 C 483/95
15 %Zur Durchführung von Bauarbeiten das Gebäude eingerüstet und mit Planen verhangen
Energie (Strom)AG Neuköln
MM 88, 151
100%Vollständiger Stromausfall
FahrstuhlAG Charlottenbg
GE 1990, 423
10 %Wohnung lag im 4. Stock
FensterZugluftAG Leverk
WuM 81, 92
AG Münster WM 1976, 256
50 %

10 %

in der gesamten Whg undicht

ein Fenster undicht

Feuchtigkeit im SchlafzimmerAG Osnabrück 1 S 523/8310 %
Feuchtigkeit in Bad u. Kinderzimmer.LG München
14 S 13987/83
10 %
FoggingFoggingLG Ellwangen
9.03.2001
14 %
FliesenFliesenLG Berlin
Az: 64 S 108/01
2 %6 Fliesen defekt
Garten nicht nutzbarAG Köln,
Az. 214 C 83/94
10 %Lagerung von Bauschutt
GegensprechanlageLG Berlin,
GE 92, S. 159
5 %Elektrischer Türöffner defekt
Gerüst (außen)LG Berlin
MM 94,396
AG Hamburg, WM 1996, S. 30
5 %
15 %
Beeinträchtigung beim Licht+Lüften
Balkon kann nicht genutzt werden
GeruchsbelästigungenGeruch
Heizöl
AG Schöneberg
Az: 16 C 50/90
AG Augsburg
Az: 73 C 2442/01
10 %

15 %

fehlende Entlüftung in der Toilette

Heizölgeruch in Wohnung

Handwaschbecken defektLG Berlin, Az: 64 S 189/942 %Waschbecken defekt + Fenstergriff lose
HeizungsausfallLG Berlin, Az. 65 S 70/92100%Im Winter!
Herd – KochgelegenheitGasherdLG Berlin Az: 63 S 39/023 %Fehlende Kochgelegenheit
Holzdielen knarrenAG Köpenik
Az 2 C 305/98
0 %Im Altbau ! >>Altbau
KellerAG Köln, Az. 218 C 102/81
AG Hannover 54 C 10867/85
10 %

5 %

Nutzung wurde Mieter entzogen

Nutzungseinschränkung durch Feuchtigkeit

LärmbelästigungLärm AG Bergisch Glattb.
Az 64 C 125/00

AG Köln Az 220 C 215/99

5%
10 %
Streitgespräche des Wohnungsnachbarn (Altbau)

Mangelhafte Trittschalliso.

Mülltonne zu kleinMüllAG Potsdam
WM 96, 760
5 %
MäuseplageMäuseAG Rendburg
Az: 3 C 551/87
10 %Wohnung in ländlicher Gegend, daher keine höhere Minderung
Nachstromspeicherheizung (Asbest)NachstromAG Hof
Az : 15 C 2065/95
20 %Gesundheitsgefährdung
ParkettbodenParkettLG Berlin,
Urteil v 15. 03. 2002 -63 S 54/00
6 %Lose Stäbe, Fugen und Höhenunterschiede. Nur bezogen auf die anteilige Fläche des Parkettzimmers.
Rolladen (z.Teil auch Jalousie genannt)JalousieAG Warendorf,
Az: 5 C 472/99
5 %Erhebliche Mängel beim Heben und Senken
Sand, Staub von BaustelleLG Berlin Az 64 S 108/0110 %eindringender Sand,Staub
SchimmelLG München I
15 S 7066/85
15 %Schimmel in Küche und WC
Swingerclub als NachbarSwingerclubAG Charlottenburg
Az: 20b C 182/96
55 %
70 %
im Winter
im Sommer
Spüle (Küchenspüle)SpüleLG Berlin, Az: 64 S 189/945 %Undichtigkeit
ToilettenspülungToiletteAG Münster, Az: 49 C 133/92
LG Berlin, Az: 64 S 189/94
15 %
10 %
Spülung unzureichend
kurzfristiger Defekt (Spülung)
Toilette unbenutzbarLG Berlin,
MM 1988, S.213
80 %Einziges WC in der Wohnung
TrinkwasserAG Dortmund, Az: 126 C 799/9010 %Wasser bräunlich verfärbt
TreppenhausAG Köln
WM 97, 470
10 %Beschmierte Wände
Ungeziefer (Speckkäfer)AG Aachen
Az. 80 C 569/97
100%Starker Käferbefall, gesamte Wohnung unbewohnbar.
Ungeziefer (Schabenbefall)LG Berlin,
Az: 64 S 405/97
10%Keine weiteren Mängel
Ungezierfer (Motten)MottenAG Bremen,
Urteil v. 6.12. 2001, Az: 25 C 0118/01,
25 C 118/01
25 %10-20 Motten sichtbar erhebliche Beeinträchtigung.
Umweltgifte (PAK, Benzol)PAKLG Berlin, Az: 61 S 152/0215 %vor Kenntnis des Mieters nur 5 %
Lindan, PCP BelastungLindanAG Rheinbach,
Az . 3 C 454/88
30 %aktute Gesundheitsgefahr
WasserschädenAG Bochum WM 5 C 668/78

 

30 %Wasserschaden im Wohnzimmer
WarmwasserWarmwasserAG Charlottbg,
Az: 204 C 349/02

LG Berlin Az. 64 S 108/01

13 %

5 %

Wassertemperatur schwankt um 13 Grad beim Duschen / Baden (Bruttowarmmiete)

Warmwasser erst nach Vorlauf

Wanzen (Schwalbenwanzen)WanzenAG Spandau
Az: 2b C 688/98
20 %Befall durch Schwalbennest
ZugluftZugluftLG Kassel
WuM 88,108
20 %siehe auch „Fenster“